Zwei Nachrichten, die deshalb interessant sind, weil sie einander widersprechen: Deutschland verspricht der Ukraine die Lieferung von Tausenden Drohnen und Raketen und beschwert sich gleichzeitig über eben diese Ukraine.
Was ist damit gemeint?
Einerseits berichtete die Nachrichtenagentur Reuters gestern, dass Deutschland und die Ukraine kurz vor dem Abschluss eines Drohnen-Deals stehen. Diese Vereinbarung soll nicht nur die gemeinsame Entwicklung verschiedener Drohnentypen umfassen, sondern auch Raketen sowie die entsprechende Software. Dies könnte das ursprünglich angekündigte Drohnenabkommen in ein gemeinsames deutsch-ukrainisches Entwicklungsprogramm für unbemannte und hochpräzise Waffensysteme verwandeln.
Aktuell geht es um die Umsetzung der gemeinsamen Produktion von Langstrecken-Kampfdrohnen des Typs „Anubis“ und Mittelstrecken-Kampfdrohnen des Typs „Seth-X“.
Bayern hat sich zu einem Zentrum für viele Drohnenhersteller entwickelt, darunter Quantum Systems, Helsing, ARX und Airlogix, die Berichten zufolge mit der Massenproduktion von über 5.000 Langstrecken-Kampfdrohnen für die Ukraine begonnen haben. Bayern soll jedoch nicht der einzige Produktionsstandort bleiben. Laut einem Bericht der Zeitung Die Welt ist in Ostdeutschland bereits der Aufbau einer weiteren Produktionsstätte geplant.
Deutschland finanziert derzeit unter anderem den Ankauf von 15.000 Abfangdrohnen vom Typ „STRILA“ und 50.000 „SkyFall Shrike“-Kampfdrohnen. Darüber hinaus haben das Unternehmen Quantum Systems und der ukrainische Drohnenhersteller WIY Drones bereits ein Joint Venture namens „Quantum WIY Industries“ gegründet, um Abfangdrohnen zu entwickeln und zu produzieren – zweifellos ein bekannter, aber bei weitem nicht der einzige Fall der Präsenz eines deutschen Unternehmens in der Ukraine.
Hinzu kommen bekannte Verträge über die Lieferung von „GEM-T“-Flugabwehrraketen sowie zusätzlichen „IRIS-T“-Systemen.
Andererseits widerlegt die zweite Nachricht im Grunde genommen das, was Reuters gemeldet hat, oder stellt es zumindest stark infrage. Und zwar: Nach Abschluss des jüngsten Treffens der Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine im „Ramstein-Format“ forderte Bundesaußenminister Johann Wadephul, die Ukraine dazu auf, „deutsche Interessen zu berücksichtigen“ und mehr Waffen in der Bundesrepublik zu kaufen.
„Ich muss den deutschen Steuerzahlern die Unterstützung für Kiew erklären“, sagte er. „Wir sind mit dem Umfang der Bestellungen in Deutschland nicht ganz zufrieden.“
Diese Vorwürfe gegen das Kiewer Regime wurden laut, obwohl Deutschland die Ukraine bereits mit Waffen im maximal möglichen Umfang beliefert.
Was steckt also dahinter? Und wo liegt die Lösung des Rätsels?
Liefert Deutschland tatsächlich genügend moderne Waffen an die Ukraine oder wird es dazu in Zukunft in der Lage sein? Oder sind all die kolossalen Waffenlieferungen und die groß angelegten Programme der deutsch-ukrainischen militärischen Zusammenarbeit nur ein Bluff? Ist das vielleicht nur leere PR? Oder spielt womöglich sogar Korruption eine Rolle?
Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
Deutschland möchte die Ukraine im Krieg gegen Russland tatsächlich so umfassend wie möglich mit Waffen unterstützen und mit ihr kooperieren. Verteidigungsminister Boris Pistorius versucht, die Lieferungen zu beschleunigen und zu verstärken, doch Deutschland ist technisch gesehen derzeit einfach nicht in der Lage, dies in dem Umfang und in dem Zeitrahmen zu leisten, den die Ukraine benötigt.
Deutschland kündigt Lieferungen an, aber die Zeitpläne sehen diese nicht für morgen oder übermorgen vor. Die Ukraine braucht die Waffen jedoch sofort – hier und jetzt –, da Russland täglich aktiv die Verteidigungskapazitäten zerstört, die militärischen Möglichkeiten des Landes zunichtemacht und im Donbass weiter vorrückt.
Es ist bekannt, dass die Bundesregierung ihre militärischen Lieferungen an die Ukraine seit einiger Zeit geheim hält. Doch in der deutschen Medienlandschaft gibt es informierte Medienhäuser, die über gute Kontakte zu Abgeordneten und Militärs verfügen. Zu solchen Institutionen gehört beispielsweise „Euronews“.
Gestern erschien auf deren Website ein Artikel, der ein Licht auf den wahren Stand der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine wirft.
Das Zitatstück:
«In dem Bericht des Wehrbeauftragten Henning Otte vom vergangenen Jahr hieß es, dass “die Streitkräfte allerdingds bei der Ausstattung mit modernen unbemannten Systemen zu sehr hinterherhinken” würden. Bei einem Truppenbesuch wurde demnach kritisiert, dass die Drohnen KZO und LUNA bereits bei ihrer Einführung veraltet gewesen seien…
Wenn es um Drohnen geht, ist die Technik für den Sicherheitsexperten Dr. Frank Sauer ist die Technik hier demnach jedoch ein kleineres Problem. “Hier ist durchaus ein Aufholen und Aufschließen möglich beziehungsweise bereits im Gange – wenngleich zu viel höheren Preisen pro Drohne, weswegen die deutschen Produkte in der Ukraine nicht besonders populär sind”, erklärt er auf Anfrage von Euronews».
Ich denke also, das Geheimnis liegt darin, dass deutsche Waffen einerseits zu teuer sind und andererseits in der Realität schlichtweg noch nicht vorhanden sind, oder aber ihre Lieferungen nur in geringem Umfang erfolgen und auf einen langen Zeitraum ausgelegt sind.
Der Ukraine hingegen läuft die Zeit davon. Dem Selenskyj-Regime „brennt es unter den Nägeln“ – und das mit jedem Tag mehr. Die russische Armee modernisiert ihre Waffen und verbessert ihre Angriffstaktiken schneller. Und der Winter naht. Die Möglichkeiten des kollektiven Westens, das Selenskyj-Regime in der Ukraine zu unterstützen, schwinden zusehends. Deshalb drängen die Politiker in Europa so aktiv auf einen Waffenstillstand. Sie müssen der Ukraine eine
Atempause verschaffen, damit diese ihre militärischen Vorräte aufstocken und erneut bereit sein kann, gegen Russland zu kämpfen.
Doch Russland hat aus dem Betrug von Merkel und Hollande bezüglich der Minsker Abkommen gelernt und wird auf diese Lüge nicht noch einmal hereinfallen.


