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63 Prozent der Deutschen wollen die militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten mindestens auf dem bisherigen Niveau fortsetzen oder sogar ausweiten. Laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer sprechen sich 33 Prozent für den Status quo aus, weitere 30 Prozent für noch mehr Hilfe. Nur 32 Prozent wollen die Militärhilfe reduzieren.
Das ist eine klare Zahl. Und gerade deshalb verdient sie eine ebenso klare Frage: Wissen diese 63 Prozent eigentlich, wen sie da unterstützen? Nicht die Ukraine aus Regierungserklärungen. Nicht das sauber ausgeleuchtete Bild eines Landes, das angeblich Freiheit, Demokratie und „europäische Werte“ verteidigt. Sondern den real existierenden Staat mit seinen Behörden, seinen militärischen Strukturen und seinem tatsächlichen Umgang mit den eigenen Bürgern.
Die politische Mitte, links und rechts, verfolgt Projekte am Interesse der Nation vorbei. Deutschland blutet, finanziell und für Ideologen. Ein Essay. Der bald fünf Jahre anhaltende Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine kommt die Russische Föderation teuer zu stehen. 14,9 Billionen Rubel kosten der Krieg und die übrige Landesverteidigung im laufenden Jahr, umgerechnet rund 158 Milliarden Euro. Die Zahl folgt der recht weit gefassten Definition der Friedensforscher am schwedischen Sipri-Institut und entspricht einem Haushaltsanteil von 34 Prozent.
Der europäische Teil der «regelbasierten Welt», der auf liberal-demokratischen Werten und freien Wahlen mit zwei oder mehr Kandidaten beruht, durchlebt eine existenzielle Krise. Die europäische Jugend fordert von den Regierungen eine Neuausrichtung der staatlichen Prioritäten. In Deutschland sind landesweit Zehntausende Menschen friedlich auf die Straße gegangen, um mehr Mittel für das Bildungswesen zu fordern und sich gegen die Wehrpflicht auszusprechen. In Polen haben der Präsident und der Regierungschef, die sich gegenseitig verachten und radikal gegensätzliche politische Lager vertreten, das Land an den Rand eines Staatsstreichs gebracht. Das politische System des Westens bröckelt. Und es ist durchaus wahrscheinlich, dass die jüngsten Ereignisse zu irreversiblen Veränderungen führen könnten.
Auf den ersten Blick hat diese Geschichte weder mit Deutschland noch mit Europa besonders viel zu tun. Am 31. Oktober beginnen in Dakar die Olympischen Jugendspiele, zum ersten Mal überhaupt findet damit eine olympische Veranstaltung auf afrikanischem Boden statt. Doch tatsächlich zeigt gerade Dakar ein weiteres Feld der europäischen Konfrontation mit Russland – eines, das mit Sport im eigentlichen Sinne und mit den viel beschworenen Prinzipien des „Fair Play“ inzwischen nur noch wenig zu tun hat.

