Mit diesen Antworten hat der deutsche Influencer Marcant offenbar nicht gerechnet: Ein Syrer spricht offen über Migration, Sozialstaat und Kriminalität – und bringt den linken Streamer damit sichtbar in Argumentationsnot.
YouTuber Marcant zählt zu den bekanntesten politischen Influencern im deutschsprachigen Raum. Mit seiner großen Reichweite in den sozialen Medien und seiner Anerkennung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt er vielen als feste Größe der progressiven Netzszene. Doch ein aktuelles Gespräch bringt sein Weltbild ins Wanken.
Im Austausch mit einem Syrer, den der AfD-nahe Streamer Weichreite aufgezeichnet hat, geht es um heikle Themen wie Sozialleistungen, Kriminalität und die Arbeitsmarktintegration syrischer Migranten. Dabei schildert sein Gesprächspartner Erfahrungen und Einschätzungen, die nicht in das gewohnte Narrativ passen. Immer wieder wirkt Marcant überrascht – und tut sich sichtlich schwer damit, die geschilderten Einblicke anzuerkennen.
„Du kriegst Geld monatlich, kannst essen und musst nicht arbeiten“
Besonders kontrovers wird das Gespräch beim Thema Sozialstaat. Der aus Damaskus stammende Syrer berichtet, dass viele seiner Landsleute nicht mit dem Ziel nach Deutschland kämen, zu arbeiten: „Die Syrer, die hierher kommen, haben gar nicht das Ziel, zu arbeiten. Es gibt hier etwas, das nennt sich Jobcenter.“ Marcant widerspricht sofort und wirft ein: „Alle über einen Kamm geschert.“
Der Syrer schildert, dass bereits 2015 in Syrien über Deutschlands attraktive Pull-Faktoren gesprochen worden sei: „Damals, 2015, als ich noch in Syrien war, war das ein Riesenthema: In Deutschland gibt es ein Jobcenter, dir wird die Wohnung bezahlt, du kriegst Geld monatlich, kannst essen und musst nicht arbeiten. Das war so krass viral, das Thema im Land.“
„Viele, die hier sind, sind gar nicht Flüchtlinge“
Viele Menschen hätten Syrien verlassen, obwohl sie nicht unmittelbar von Krieg oder Verfolgung betroffen gewesen seien: „Dann haben alle angefangen zu flüchten, obwohl es denen eigentlich gut ging. Viele, die hier sind, sind gar nicht Flüchtlinge, sondern die kommen hierher wegen dem Sozialsystem. Das wird halt ausgenutzt und dann ist eigentlich gar nicht mehr viel Geld da für die Menschen, die es eigentlich wirklich brauchen. Zum Beispiel die Rentner, die hier jahrelang gearbeitet haben.“
Marcant widerspricht: „Den Rentnern ging es vor 2015 schon scheiße. Das ist eine extreme Lüge, dass gesagt wird, dass seit Flüchtlinge da sind, geht’s Menschen schlecht. Rentner waren schon immer in Altersarmut. Das war schon immer ein Riesenproblem, nicht erst seit 2015.“ Er verweist auf eine Migrationsanwältin, mit der er einen Podcast gemacht habe, und die ihm berichtet habe: „Niemand flieht, weil er irgendwie ein paar Hundert Euro haben möchte. Checkst du, wie viele Leute Familienmitglieder verloren haben, die auf dem Weg von der Türkei hängen geblieben sind oder im Mittelmeer ertrunken sind? So viele Menschen haben krasse Traumata. Das macht niemand für 500 Euro.“
Der Syrer hält dagegen: „Das sind nicht nur 500 Euro. Allgemein das Land hier, die Infrastruktur, ist tausendfach besser als zum Beispiel in Syrien. Die benutzen die Fluchtwege, um hierherzukommen – für die Jobcenter, für die ganzen Sozialsysteme hier.“
Marcant bleibt dabei: „Es gibt safe auch welche, die das machen. Aber die allermeisten fliehen, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen, weil sie arbeiten wollen, weil sie eine Zukunft für sich und ihre Kinder haben wollen.“ Der Syrer entgegnet: „Viele, aber nicht alle. Nicht die meisten.“
„Wenn die, vor denen ich geflüchtet bin, auch kommen, hat meine Flucht gar keinen Sinn“
Auch um Kriminalität und islamistischen Extremismus geht es in dem Gespräch. Der Syrer erklärt, viele Menschen könnten nicht zwischen tatsächlichen Flüchtlingen und Kriminellen unterscheiden. Marcant entgegnet: „Auch Mörder und kriminelle Menschen können flüchten. Zum Beispiel mehrere Nazis sind nach Argentinien geflüchtet“, und gibt damit versehentlich einen Punkt ein, den er ansonsten gerne ausspart: Auch Verbrecher können sich problemlos als Flüchtlinge ausgeben und so nach Europa gelangen.
Der Syrer, der während des Gesprächs ein Kreuz um den Hals trägt, schildert daraufhin seine persönlichen Erfahrungen aus Syrien:
„Wenn die, vor denen ich geflüchtet bin, auch kommen, dann hat meine Flucht am Ende gar keinen Sinn. Man sieht auch hier Islamismus – zum Beispiel die Anschläge auf den CSD oder auf Weihnachtsmärkte. Das ist etwas, das kenne ich als Syrer. Ich bin sowas gewohnt. In Syrien war sowas ganz normal. Am Anfang des Krieges ist ein Auto irgendwo hingefahren und hat sich gesprengt. Die Islamisten tun das für ihren Allah.
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